AWO-Kita mit innovativem Nestkinder-Konzept

24.11.2017 - 12:31

„Die Kinder haben die neuen Räume sofort angenommen. Hier ist eine ganz schöne Atmosphäre der Ruhe und Harmonie. Alle fühlen sich sehr wohl!“ Clarissa Steger strahlt. Sie leitet die neue Kita „Tannenhof“ des AWO Hamburg e.V. am Huulkamp 8
in Lemsahl-Mellingstedt, nur wenige Meter entfernt gelegen von der AWO-Kita Huulkamp 10. Dort wurde es viel zu eng. „Wir können uns vor Anfragen kaum retten. Da war es ein kleines Wunder, dass wir direkt gegenüber die neuen Räume bekommen haben“, freut sich Clarissa Steger.

Die zehn Kinder der ersten Gruppe haben die rund 107 Quadratmeter pädagogische Fläche im Erdgeschoss mit direktem Gartenzugang am 6. November freudig erobert. Diese Kinder waren vorher bereits in der Kita Huulkamp, 4 neue im Alter von knapp über einem Jahr folgen bald. Im Dezember startet die zweite Gruppe – schon ist die neue Kita wieder voll. Und erfüllt vom Toben, Lachen und Jubeln der Kleinen. „Die Rahmenbedingungen sind hier wirklich rundum ideal. Wir haben alles sehr speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Kinder“, sagt die Kitaleiterin.

Die Innenräume: ein Traum. Textile Bananenblätter ragen schützend in den Raum hinein, gegenüber lädt ein Baldachin zum Kuscheln, Spielen oder Träumen ein. Tische, Stühle, Regale, Rampen, Spielpodeste – mal verströmt Holzmaserung wohlige Wärme, mal sprüht die Kreativität aus der Farbe heraus und inspiriert zur nächsten Entdeckung in den Lernecken voller Naturmaterialien: hölzerne Formen, Wolle, Watte und Leder, alles zum Schulen der Sinne. Und dann der Garten: eine Oase. Naturbelassen, mit Wiese, würdigen alten Bäume, umringt von einer Bobbycar-Rennstrecke. Geräte und Spielhaus entstehen noch.

Apropos entstehen: „Weil die Häuser so dicht beieinander liegen, bietet sich uns die große Chance, ein ganz neues pädagogisches Konzept zu entwickeln“, sagt Clarissa Steger. „Die Kinder in der Kita Tannenhof werden 1- bis zweieinhalb Jahre alt sein. Sobald es passt, können sie dann hinüber wechseln in die Kita Huulkamp in die Nestgruppe mit 12 bis 18 Kindern im Alter von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren.“ Vorteil dieses innovativen Ansatzes: Vom sicheren Hafen der Nestgruppe aus können die Kleinen mit Unterstützung der pädagogischen AWO-Fachkräfte bereits die Elementargruppe erkunden, haben aber noch die Möglichkeit des Schlafens.

Die Kitaleiterin erläutert. „Wir folgen mit diesem Ansatz Maria Montessoris Leitwort ‚Hilf mir, es selbst zu tun‘. Wir sind keine dogmatische Montessori-Kita, folgen jedoch vielen Prinzipien dieser Pädagogik.“ Das heißt: Jedes Kind ist Teil der Gemeinschaft und wird gleichzeitig gezielt individuell gefördert. Ausschlaggebend sind die ureigene Persönlichkeit, die Interessen und Fertigkeiten sowie der individuelle Rhythmus, nachdem das Kind lernt und entsprechend der Dauer, mit der es sich mit einem angebotenen Material beschäftigen möchte. Begleitet wird es mit dem sensiblem Blick der Fachkräfte, um den richtigen Zeitpunkt für die Inspiration zum nächsten Schritt bestmöglich abzupassen. „Diese intensive individuelle Förderung, und vor allem die Arbeit mit den Lernmaterialien in der Gruppe, ist ganz besonders hilfreich für Kinder, die einen ausgeprägteren Unterstützungsbedarf haben“, so Clarissa Steger.

Zwei Häuser, eng miteinander verbunden – mit einem gemeinsamen Ziel: Sicherheit und Freiheit als Rahmen dafür bieten, dass Kinder mit Kreativität, Neugierde, Entdeckungsfreude und Experimentierlust stark und lebendig in die Welt hineinwachsen.

 

Zurück