Aydan Özoğuz besuchte AWO-Erstunterkunft in Meiendorf: Nur gemeinsam kann Integration gelingen

05.07.2016 - 07:25

In der AWO-Erstunterkunft Hellmesbergerweg wohnen derzeit fast 600 Flüchtlinge, zumeist Familien aus Afghanistan, dem Irak und Iran. Wie leben diese Menschen dort, wie gestaltet sich die Integration in den Stadtteil  Meiendorf  und welche Unterstützung brauchen die Flüchtlinge auf den Weg in die Zivilgesellschaft? Darüber diskutierte Aydan Özoğuz, Staatsministerin und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, mit rund 30 Fachleuten aus der Praxis bei ihrem Besuch in der Meiendorfer Flüchtlingsunterkunft. „Ich bin begeistert von dem vielfältigen und kompetenten Engagement in dieser Einrichtung, die vorbildlich geführt ist“, sagte Özoğuz. An dem Austausch beteiligten sich unter anderem Experten des AWO-Fachforums „Flüchtlinge“, Mitarbeitende der Erstaufnahme, die Koordinierungsstelle für freiwilliges Engagement in der Flüchtlingsarbeit sowie Fachleute der AQtivus-Integrationsberatung und weitere Kooperationspartner. Auch ein Vertreter des unterkunftseigenen Bewohnerbeirats, die ehrenamtliche Initiative „Meiendorf hilft“ und der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) waren mit dabei. „Viele Menschen wissen aus eigener Erfahrung, was Hilfe bedeutet, viele kennen die Geschichten der Geflüchteten und wollen jetzt wissen, wie es für sie, aber auch für unsere Gesellschaft weitergeht“, so die Staatsministerin. „Die Integration der Menschen, die bei uns bleiben werden, wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein.“

Enge Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt

Während des Fachaustausches mit Aydan Özoğuz zeigte sich, dass Bewohner/innen einer Erstunterkunft nur erfolgreich integriert werden können, wenn Haupt- und Ehrenamt eng zusammenarbeiten. Dafür hat die AWO eine eigene Koordinatorin, die die verschiedenen Akteure im Stadtteil zusammenbringt und aus Mitteln der Bundesbeauftragten finanziert wird. „Nur gemeinsam kann es gelingen, die Geflüchteten in den Stadtteil und in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte die zuständige Koordinatorin Hilke Bleeken. Dafür setzen sich nicht nur die etwa 20 Mitarbeitenden der Unterkunft ein, indem sie bei Arzt- und Behördengängen unterstützen. Sondern auch Ehrenamtliche der Initiative „Meiendorf hilft“, die von Alphabetisierungs- und Sprachkursen bis hin zu Ausflügen für geflüchtete Familien die Integration in den Stadtteil Meiendorf maßgeblich unterstützen. Auch Angebote wie der Frauenberatungsbus des Familienplanungszentrums und des Vereins „Dolle Deerns“ sowie die Öffentliche Rechtsberatung sprechen gezielt Bedürfnisse einzelner Bewohnergruppen an.

Von Vorteil: Kulturelle Vielfalt von Engagierten

„Die AWO setzt sich dafür ein, dass sich Menschen mit eigener Fluchterfahrung für die Neuankömmlinge engagieren“, betonte Jenny Fabig, Bereichsleiterin AWO-Engagementförderung, „denn Heimat zu verlieren ist ein gravierender Einschnitt. Menschen mit ähnlicher Erfahrung können sich gut in die Lage der aktuell Geflüchteten hineinversetzen.“ Alleine für die Deutschkurse von „Meiendorf hilft“ haben sich bereits etwa 100 Engagierte mit kultureller Vielfalt gefunden. Diese Vielfalt zeigt sich auch bei den Mitarbeitenden der AWO-Erstaufnahme, von denen viele eine eigene Fluchtvergangenheit haben, oder auch bei den Berater/innen von AQtivus, einer Tochtergesellschaft der AWO Hamburg, die seit Jahrzehnten Migrant/innen und Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert. „Das Engagement für geflüchtete Menschen ist bei der AWO historisch tief verankert und  fester Bestandteil unserer Grundsätze“, sagte Horst Emmel, stellv. AWO-Landesvorsitzender.

Aydan Özoguz
Zusammen mit Haupt- und Ehrenamtlichen diskutierte Aydan Özoguz in der AWO-Unterkunft über gelingende Integration. (Foto: Maria Feck)
Aydan Özoguz
„Die Integration der Menschen, die bei uns bleiben werden, wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein", sagte Aydan Özoguz. (Foto: Maria Feck)

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