Pilotprojekt in Hamburg gestartet: Ausbildungsbegleitende Deutschkurse für Zuwanderer

21.12.2016 - 09:37

Die 20- bis 28-Jährigen kommen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Griechenland und Ghana und haben zu wenig Zeit, neben ihrer Ausbildung zum Tischler oder Verkäufer an anderen Deutschkursen teilzunehmen. „Das bestehende Angebot entspricht oftmals nicht den Bedürfnissen der Auszubildenden“, erklärt Alina Berger, Sprachkoordinatorin der AQtivus Akademie. Deshalb entwickelte der AWO-Bildungsträger zusammen mit der Jugendberufsagentur ein neues Schulungsmodell, welches sich an der „berufsbezogenen Sprachförderung gem. §45a“ des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF) orientiert. Das Pilotprojekt richtet sich gezielt an junge Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten, die neben ihrer Ausbildung ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen. „Sprache ermöglicht ihnen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und berufliches Vorankommen in Deutschland“, sagt Britta Hinz, Geschäftsführerin der AQtivus Akademie.

Deutschkurs ist an Ausbildung angepasst
Die ausbildungsbegleitende Sprachschulung hat im Vergleich zum ESF-Sprachkurs (730 Stunden) weniger Lehreinheiten. Der Kurs läuft ein halbes Jahr lang und umfasst 300 Stunden. Zweimal in der Woche kommen so Auszubildende in die AQtivus Akademie, um von 15 bis 18 Uhr intensiv  Deutsch zu lernen. Ihr Ziel ist es, durch eine „telc“-Prüfung vom B1-Sprachniveau auf B2 zu kommen. Die geringere Kurszeit basiert auf einer Umfrage, die Alina Berger vorab unter potentiellen Teilnehmenden durchgeführt hat. „Wir wollten wissen, wie wir den Deutschkurs optimal für sie gestalten können“, erklärt die Sprachkoordinatorin, die seit 2010 für die Planung in der Akademie zuständig ist. „So können die Auszubildenden ohne viele Fehlzeiten an dem Programm teilnehmen.“

AWO Hamburg bildet Zuwanderer aus
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts kommen von der Jugendberufsagentur Hamburg, aber auch aus verschiedenen AWO-Einrichtungen. So bildet das Jugend- und Bildungswerk (JBW) der AWO Hamburg aktuell 58 junge Menschen in der Metalltechnik, Fachinformatik und Konstruktionsmechanik aus. 30 davon haben einen Migrationshintergrund, viele sind aus ihrer Heimat geflüchtet und haben bei dem Jugendberufshilfeträger eine neue berufliche Perspektive gefunden. „Ab jetzt können sie die deutsche Sprache nicht nur in ihrer Ausbildungsstätte nebenbei lernen, sondern ihre Kenntnisse auch intensiv in Kursen verbessern“, sagt Britta Hinz, die auch Geschäftsführerin des JBW ist. „Solche Angebote sind bei Geflüchteten nachgefragt, weil immer mehr von ihnen im Zuge des Integrationsgesetzes einen erleichterten Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten haben. Vor allem aber, weil durch das Anheben des Sprachniveaus auf B2 die Chancen, die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildungszeit gut zu bestehen, deutlich erhöht sind.“

Über AQtivus Akademie
Die AQtivus Akademie gGmbH mit Sitz in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs und Nachbarin des Flüchtlingszentrums besteht seit 2009 und ist eine Tochtergesellschaft des AWO Landesverbands Hamburg e.V. Der zertifizierte Fort- und Weiterbildungsträger bietet Deutschkurse an, die vom BAMF und aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Mehr Informationen unter www.aqtivus-akademie.de

Kontakt:
AQtivus Akademie gGmbH
Adenauerallee 10, 6. Stock, 20097 Hamburg
Ansprechpartnerin: Alina Berger
Tel. 040-38 66 38 21
Mail: info@akademie-awo.de

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