Zähne gut, alles gut: Zahnputzschule zu Besuch in AWO-Flüchtlingsunterkunft

07.04.2016 - 10:46

Süßigkeiten, Wasser oder Baklava-Dessert – was ist gut für die Zähne? Dieser Frage stellten sich rund 50 geflüchtete Kinder, die derzeit in der AWO-Erstunterkunft Hellmesbergerweg wohnen, bei ihrer ersten Zahnputz-Lehrstunde. Kinderdaumen hoch bedeutete „gut für die Zähne“, Daumen runter zeigten sie bei zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken. Die geflüchteten Kinder aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und anderen arabischen Ländern hörten den beiden Kinderzahnärztinnen Nina Olsen und Swantje Benne im Kantinenraum der AWO-Unterkunft gebannt zu. Seit Januar 2016 besuchten sie bereits acht Erstaufnahmen in Hamburg, zusammen mit Hana Burkhardt von der Zahnputzschule und Andrea Hentz vom „Kinderprogramm Erstaufnahmen“. Dolmetscher Ayoub und Khaled sind auch von Anfang an dabei. Sie übersetzen jedes Wort der Ärztinnen ins Persische und Arabische, sodass keine Information verloren geht.

Richtig Zähne putzen - für viele Geflüchtete ein neues Thema

Auch einige Väter und Mütter schauten interessiert zu, als die Kinderzahnärztinnen anhand eines zahnigen Plüsch-Dinos zeigten, wie richtiges Zähneputzen funktioniert. Anschließend verteilten die Ehrenamtlichen Kinderzahnbürsten und Zahnpasta an alle, sodass die Fünf- bis Zehnjährigen selbst üben konnten. „Das ist ein ganz neues Thema für mich und meine Familie“, sagte Bewohner Hazhar aus dem Iran. „Ich habe eben zusammen mit meinen beiden Kindern fleißig geübt.“ Dass es für viele ein neues Thema ist, haben auch die Ehrenamtlichen des Projekts „Shiny Teeth“ in den letzten Monaten getrennt voneinander beobachtet. Die Zähne vieler Flüchtlingskinder seien nach ihren Erfahrungen nicht immer gesund. Aus dieser Beobachtung heraus entstand das Projekt „Shiny Teeth“ Anfang des Jahres 2016 als Kooperation zwischen der Zahnputzschule und dem „Kinderprogramm Erstaufnahmen“.

Am Ende der Unterrichtsstunde rannten alle Kinder nach vorne, um eine Zahnbürste und Zahnpasta mitzunehmen. „Ich denke, dass wir mit der Zahnputzschule nicht nur die Kinder erreicht haben, sondern auch einige Eltern“, sagte Einrichtungsleiter Orhan Akkaya. „Denn erst wenn die Eltern richtiges Zähneputzen lernen, machen die Kinder es ihnen nach.“

Zahnputzschule
Bewohner Hazhar aus dem Iran erklärt seinem Sohn (3), welche Lebensmittel gut für seine Zähne sind.
Zahnputzschule
Die Kinder zeigten ihren Daumen nach oben, wenn die Kinderzahnärztinnen gesunde Lebensmittel auf ihren Plakaten zeigten.
Zahnputzschule
Am zahnigen Plüsch-Dino konnten die Fünf- bis Zehnjährigen richtiges Zähneputzen üben. Ärztin Nina Olsen (rechts) erklärte die richtige Putztechnik. (Fotos: Nicola Maria Jäger)

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