Besserer Schutz für Kinder: Fachtagung für AWO-Mitarbeiter

Die Fachtagung ist Teil einer Fortbildungsoffensive der AWO Hamburg im Hinblick auf das neue Bundesgesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Dieses soll nach dem Willen des Bundes­familienministeriums zum Januar 2012 in Kraft treten – eine Konsequenz aus den zahlreichen bekannt gewordenen Fällen von Kindesmissbrauch. „Die AWO Hamburg sieht es seit jeher als ihre Verpflichtung an, sich dieser Thematik intensiv zu widmen, damit auch zukünftig keine derartigen Fälle bei uns auftreten“, betonte der Fachbereichsleiter Jugend, Thomas Inselmann.

Bei der heutigen Veranstaltung stellte Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut den Abschlussbericht des Runden Tisches der Bundesregierung vor. Dieser hatte rund 20.000 eingehende Meldungen über Kin­des­miss­brauch in den Jahren 2007 bis 2010 ausgewertet. Das Fazit: Gewalt gegen Abhängige auch in Form von Machtmissbrauch könne in allen Institutionen der Erziehung, Bildung, psychosozialen und gesundheitlichen Versorgung vorkommen. Ein wichtiger Faktor dabei seien der Führungsstil und das Arbeitsklima einer Institution.

Dr. Dirk Bange, Abteilungsleiter Familie und Kindertagesbetreuung der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, präsentierte die Eckpunkte des neuen Kinderschutzgesetzes. Eltern sollen dabei unterstützt werden, ihrer Verantwortung besser gerecht zu werden, und der Staat solle schnell konkret handeln, wenn eine Gefahr für das Kindeswohl vorliegt. Ziel aller Parteien in Hamburg sei es, die durch die Neuwahl ausgesetzte Arbeits­gemeinschaft für ein Netzwerk zu „Frühen Hilfen in Hamburg“ wieder ins Leben zu rufen. Banges persönliche Vision ist die eines Hauses, in dem möglichst alle Hilfen unter einem Dach gebündelt werden. Er wies darauf hin, dass bei den Fällen der vernachlässigten Kinder in Hamburg kein einziges in einer Kindertagesbetreuung untergebracht war.

Bei der AWO Hamburg sind schon seit dem Jahr 2006 etwa 18 Kinder­schutz­fachkräfte in verschiedenen Einrichtungen tätig, außerdem ist vor zwei Jahren ein ausführlicher Handlungsleitfaden für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich gemacht worden. „Auch mit der neuen gesetzlichen Verpflichtung, bei Neueinstellungen ein erweitertes Führungszeugnis vo­rzu­legen, in dem Verur­teilungen wegen Sexualstraftaten erfasst sind, kommen wir bereits nach“, unterstrich Thomas Inselmann das hohe Engage­ment der AWO, alles dafür zu tun, Kinder und Jugendliche aktiv und präventiv zu schützen.

Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut,  Dr. Dirk Bange, Abteilungsleiter Familie und Kindertagesbetreuung der Hamburger Familienbehörde, sowie Thomas Inselmann, Fachbereichsleiter Jugend des AWO-Landesverbandes (v.l.).
Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut, Dr. Dirk Bange, Abteilungsleiter Familie und Kindertagesbetreuung der Ham­burger Familienbehörde, sowie Thomas Inselmann, Fachbereichsleiter Jugend des AWO-Landesverbandes (v.l.).
Dr. Bange wies in seinem Vortrag darauf hin, dass bei den Fällen der vernachlässigten Kinder in Hamburg kein einziges in einer Kindertagesbetreuung untergebracht war.
Dr. Bange wies in seinem Vortrag darauf hin, dass bei den Fällen der vernachlässigten Kinder in Hamburg kein einziges in einer Kindertagesbetreuung untergebracht war.
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