Hamburger Wohlfahrtsverbände setzen sich für bessere Rahmenbedingungen im Krippenbereich ein

Die Studie gibt zehn Empfehlungen für eine bessere Praxis. Die Autorin der Studie, Prof. Dr. Susanne Viernickel von der Alice Salomon Hochschule Berlin, fordert unter anderem, dass künftig Ausfallzeiten, Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit und mehr Zeit für die Integration von Kindern mit Behin­derung bei der Personalplanung berücksichtigt werden sollten. Wichtig sei es auch, die nach wie vor bestehenden Probleme beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule anzugehen. Grundsätzlich positiv bewertet die Studie das Niveau des Qualitätsmanagements in den Kitas der Wohl­fahrts­ver­bände. In reinen Krippengruppen ist in Hamburg eine Fachkraft für durch­schnitt­lich 5,7 Babys und Kleinstkinder verantwortlich. Dabei sind Urlaub, Krankheit oder Fortbildung nicht berücksichtigt.

Prof. Dr. Susanne Viernickel: „Wir haben die Arbeitssituation der Erzieherinnen und Erzieher in den Hamburger Kitas, die Rahmenbedingungen und die Qualität der Erziehung und Betreuung in den Kitas der Hamburger Wohlfahrtsverbände untersucht. Außerdem fragten wir, in welchem Maß die Hamburger Bildungsem­pfehlungen berücksichtigt werden. Unser wichtigstes Ergebnis: Der Personal­schlüs­sel für Kinder im Krippenbereich ist deutlich zu niedrig.“

Jens Stappenbeck, Geschäftsführer der AGFW, forderte von der Politik: „Die Rahmenbedingungen für die Hamburger Kitas sind im Krippenbereich höchstens zweitklassig. Das Betreuungsniveau der Krippenkinder wird nur durch den großen Einsatz der Mitarbeitenden in den Kitas gesichert. Wir brauchen rund 4.000 weitere Fachkräfte, um die Bildungsem­pfehlungen wirklich umsetzen zu können und damit die Qualität vor Ort zu steigern.“

Gabi Brasch, Vorsitzende des Fachausschusses Jugendhilfe der AGFW, ergänzte: „Natürlich ist auch uns klar, dass wir dieses Niveau nur schrittweise aufbauen können. Aber wir müssen jetzt damit anfangen, um die wachsende Belastung der Erzieherinnen und Erzieher zu stoppen.“

Zur Studie "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung in der Freien Hansestadt Hamburg“

Zur Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V.

Zu den Kitas der AWO Hamburg

Zurück