Kinderrechte und Kinderschutz: AWO startet einzigartiges Beteiligungsprojekt

Bei dem Auftakt, der AWO-Kinderschutz-Konferenz, erarbeiteten die Teil­neh­merinnen und Teilnehmer in Workshops die Rechte, die sie im täglichen  Miteinander in Kitas, Spielhäusern oder betreuten Jugendeinrichtungen für sich einfordern und respektiert haben möchten – neben den Rechten auf Schutz des körperlichen Wohlbefindens und des Eigentums zum Beispiel das Recht, „Nein“ zu sagen oder das Recht, selbst über die gewünschte Kleidung zu entscheiden. Auch das Recht, über das gewählte Essen zu entscheiden, wurde stark von den Kindern eingefordert. Ziel ist es, die Ergebnisse in jeder Einrichtung zu veröf­fentlichen und in einem demokratischen Verfahren unter Einbeziehung der an­de­ren Kinder, Jugendlichen und Fach­kräfte sowie der Eltern öf­fent­lich für alle einsehbare und einforderbare Kinderrechts­kataloge zu entwickeln. Diese sollen dann bis Ende dieses Jahres in maßgeschneiderte und praxis­taugliche Kinder­schutz-Konzepte für jede Einrichtung mün­den.

Fachlich begleitet wird das Projekt von Dr. Benedikt Sturzenhecker, Professor für Sozialpädagogik/außerschulische Bil­dung an der Universität Hamburg, der mit dem Institut für Partizipation und Bildung e.V. in Kiel bereits erfolgreich Praxis­kon­zepte zur demokratischen Beteiligung entwickelt und in Modell­pro­jekten erprobt hat – für Kitas, Hilfen zur Erziehung und Offene Kinder- und Jugendar­beit.

Dr. Arne Eppers, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie des AWO-Lan­de­sver­bandes: „Wir wollen die Kinder dadurch stärken, dass sie sich ihrer Rechte bewusst werden und wissen, dass sie diese im Alltag einfordern können. Gleichzeitig möchten wir schon früh vermitteln, dass die Entstehung von Rechten das Ergebnis eines demo­kra­tischen Entscheidungsprozesses ist.“

Kinder in Kitas und Jugendliche in Jugend­hilfe-Einrichtungen kennen häufig ihre Pflichten, aber nicht immer ihre Rechte. Letztere sind von Erwachsenen erschaffen, Grundrechte bei­spielsweise in der UN-Kinderrechts­konvention oder im Grundgesetz. Den Kindern und Jugendlichen das Gefühl zu geben, dass sie nicht nur Objekte von Herrschaft der Erwachsenen sind, ist eine wichtige Basis für den Schutz des Wohles von Kindern und Jugendlichen.

Thomas Inselmann, stellvertretender Fachbe­reichsleiter Kinder, Jugend und Familie des AWO-Lan­des­verbandes: „Kinderschutz-Vorschrif­ten auf Papier helfen einem Kind unter Umständen wenig, wenn es denkt, dass Erwachsene alles dürfen. Wir sind im Bereich Schutz der Kinder aufgrund des strikten Einhaltens von Behördenvorgaben, den umfassenden Schulungen und einem sehr klaren Handlungsleitfaden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits sehr gut aufgestellt, wollen aber einen Schritt weiter gehen. Transparenz der Rechte und Bewusstsein aller für das Einhalten im Alltag ist das Ziel dieses Projektes.“  

Machte vor dem Start der Workshops klar, worum es ging: Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker von der Universität Hamburg. Foto: Joschi Perera
Machte vor dem Start der Workshops klar, worum es ging: Prof. Dr. Benedikt Sturzen­hecker von der Universität Hamburg. Foto: Joschi Perera
Ergebnisse von viel Kreativität eines Gruppen-Workshops: Auflistungen und Zeichnungen von eingeforderten Rechten. Foto: Joschi Perera
Ergebnisse von viel Kreativität eines Gruppen-Workshops: Auflistungen und Zeichnungen von eingeforderten Rechten. Foto: Joschi Perera
Hatten Spaß beim Erarbeiten Ihrer Rechte: 160 Kinder, Jugendliche und Pädagogen aus 37 AWO-Einrichtungen in Hamburg. Foto: Joschi Perera
Hatten Spaß beim Erarbeiten Ihrer Rechte: 160 Kinder, Jugendliche und Pädagogen aus 37 AWO-Einrichtungen in Hamburg. Foto: Joschi Perera
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