Neuer Sozialbericht der AWO zum Thema „Was hält die Gesellschaft zusammen?“

Der AWO-Sozialbericht untersucht Hintergründe und Entwicklungen in den fünf Bereichen Bildung und Erziehung, Arbeitsmarkt, Migration, Behinderten­hilfe und Psychiatrie sowie in der Altenhilfe. Auf der Grundlage fundierter Analysen formuliert der Bericht konkrete Forderungen an Politik und Gesellschaft, um eine weitere Spaltung in Arm und Reich bzw. in „Drinnen und Draußen" zu verhindern. Und erstmals packt sich ein Wohlfahrtsverband auch an die eigene Nase und fragt: "Was bewirkt soziale Arbeit für die Integration benachteiligter Menschen? Ist sie Teil der Lösung oder gar Teil des Problems?". Das 272-seitige Werk ist Ergebnis einer zweijährigen Arbeit im Rahmen der Kampagne „Was hält die Gesellschaft zusammen?“.

Der Vorstandsvorsitzende des AWO-Bundesverbandes, Rainer Brückers, warnte bei der Vorstellung vor alarmierenden Zusammenhängen: "Wenn die Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt künftig nicht deutlich besser gelingt, hat das weitreichende Folgen: Die Altersarmut in Deutschland wird rapide wachsen. Und die skandalöse Armut der Kinder von Langzeitarbeitslosen wird auch der nächsten Generation Zukunfts­chancen verbauen".

Im Bereich Pflege zeigt der Sozialbericht, dass die geltenden Finanzierungsstrukturen dem Vorrang der ambulanten und häuslichen Pflege, der von den Menschen gewünscht wird und der auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist, im Wege stehen. Insbesondere die stark zunehmende Zahl der Demenz­erkrankten erfordert einen Strukturwandel der Pflege, sowohl bei der ambulanten Unterstützung pflegender Angehöriger als auch bei den Konzepten und der Vergütung der Pflege im Heim und in betreuten Wohngruppen.

Weiterhin setzt sich der Bericht mit dem schon akuten Mangel an Pflege-Fachkräften, der schulischen und beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung sowie mit der Migrationssozialarbeit setzt sich der Bericht auseinander.

Claus Gotha, Landesgeschäftsführer des AWO-Landesverbandes Ham­burg: „Der Bericht bestätigt eindrucksvoll, dass sich der Spaltungsprozess in der Gesellschaft durch die ungleiche Verteilung von Kosten und Lasten, von Chancen und Perspektiven fortsetzt, dadurch die Gerechtigkeitsfrage immer häufiger gestellt und der soziale Frieden gefährdet wird. Wir werden uns den Bericht im Detail anschauen und prüfen, welche Konsequenzen daraus auf Hamburger Ebene für die inhaltliche Arbeit wie in Hinblick auf unsere anwaltliche Funktion zu ziehen sind.“

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Der Sozialbericht ist zum Preis von 19,95 € beim AWO-Bundesverband per Mail (verlag@awo.org) oder Fax/Brief mit dem Bestellformular zu erwerben.

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Landesgeschäftsführer Gotha: „Spaltungs- prozess gefährdet sozialen Frieden"
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