Senat ehrt Arbeit der Müttergenesung Hamburg

Träger der Müttergenesung in Form von Mütter-Kind-Kuren in Hamburg sind die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, die Hamburgische Brücke – Gesellschaft für private Sozialarbeit e.V., der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche. Sie sind in der bundesweiten Elly-Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk, zusammengeschlossen, die 1950 von der Frau des ersten Bundespräsidenten ins Leben gerufen wurde.

Zum 60. Geburtstag, der jetzt mit dem Empfang nachgefeiert wurde, kamen Vertreterinnen von vielen Institutionen zusammen, die die Müttergenesung leisten und finanzieren. Kerstin Möller, Vorsitzende des Hamburger Landesausschusses der Müttergenesung, wies in ihrer Rede auf die nicht abnehmende Bedeutung der Arbeit für die Gesellschaft hin: „In 60 Jahren hat sich gesellschaftlich vieles verändert. Trotzdem ist die Belastung von Müttern unvermindert hoch – und damit der Bedarf an professioneller Unterstützung.“

Laut Müttergenesungswerk leiden nämlich immer mehr Frauen unter psychosomatischen Störungen, sind überlastet und gesundheitlich angeschlagen. Besonders Alleinerziehende oder Frauen, die zusätzlich noch ältere Angehörigen pflegen, stehen oft an der Grenze zum Burn-Out. Eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kur bringt in vielen Fällen nachhaltig Hilfe. Die gezielte Auszeit vom Alltag, begleitet von ärztlicher und psychologischer Betreuung, ermöglicht es Müttern – und zunehmend auch Vätern – sich neu zu orientieren und gesundheitliche Probleme aufzufangen. Was viele nicht wissen: grundsätzlich haben fast alle Mütter einen Anspruch auf eine Kur. Seit 2007 sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, eine Mütter- oder eine Mutter-Kind-Kur zu finanzieren, wenn gesundheitliche Beschwerden nachgewiesen sind.

Viele Frauen, die dringend eine Kur benötigen, wissen nicht genau, worauf es bei der Antragstellung ankommt. Deshalb empfehlen die Mitarbeiterinnen der neun Beratungsstellen in Hamburg, sich schon vorab gut zu informieren. In individuellen Gesprächen helfen sie beim Ausfüllen der Formulare, geben Tipps zum Umgang mit den Krankenkassen und zur Wahl einer geeigneten Kureinrichtung. Frauen, die zum Beispiel Hartz IV beziehen oder sonst unter finanziellen Schwierigkeiten leiden, können bei einer Kur Zuschüsse durch Spendengelder erhalten.

Zu den Beratungsstellen der AWO in Hamburg

Zum Müttergenesungswerk

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Gäste des Empfangs nach den Festreden im Turmsaal des Rathauses.
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Wiebke Brose, stellvertretende Geschäfts­führerin des AWO-Landesverbandes, blickte in ihrer Rede auf die Geschichte des Mütter­genesungs­werkes zurück.
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Beraten Mütter beim Beantragen von Mutter-Kind-Kuren: Anette Höchst und Karin Manko (v.l.) von der AWO.
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